BILDUNG FÜR REISENDE GEMEINSCHAFTEN IN EUROPA; ZURÜCK ZUR ZUKUNFT!!

Engagement, Fortschritt und Fachwissen, die im Laufe der letzten 20 Jahre für die Bildung reisender Gemeinschaften an den Tag gelegt wurden, sind unbezahlbar.
Mit den Entschließungen des EU-Rates in 1989 wurden im Hinblick auf die Bildung reisender Gemeinschaften wichtige Zusagen gemacht; ohne eine angemessene Überarbeitung dieses Engagements bzw. der Politik und der Finanzierung greifen diese Entschließungen allerdings ins Leere.
Unterstützung und Arbeit mit diesen Gemeinschaften im Laufe der letzten 20 Jahre richteten sich gegen den Widerstand der reisenden Gemeinschaft, das Thema Bildung selbst anzupacken und aufzuwerten.

In punkto Bildung für Reisende befinden wir uns in Europa derzeit in einem kritischen und wichtigen Stadium. Diese Gelegenheit darf nicht verpasst, sondern muss weiter ausgebaut und unterstützt werden, falls soziale Eingrenzung in Europa mehr sein soll als nur leere Worte.

Infolgedessen appellieren eine große Zahl repräsentativer Organisationen - nach einer europaweiten Beratung - an nationale und europäische politische Entscheidungsträger, ihre Empfehlungen aus der „Düsseldorfer Erklärung“ zu respektieren und zu implementieren:

1. Die europäischen Institutionen müssen das Thema "Bildung für beruflich Reisende und sonstige Reisende" auf die politische Agenda setzen. Falls die Bedürfnisse dieser Gemeinschaften in einer Zeit, wo sozialer Eingrenzung auf einzelstaatlicher und EU-Ebene besondere Bedeutung beigemessen wird, keine Aufmerksamkeit mehr erfahren, wird es sehr schwer, geschweige denn unmöglich werden, Familien und Organisationen wieder auf das jetzt erreichte Kooperationsniveau zu bringen – hierzu würde ein Vertrauensverlust nämlich führen.

2. Die Mission der EU und der Mitgliedstaaten muss auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Ergebnisse der Implementierung der Ratsentschließungen (1989) müssen genauso berücksichtigt werden wie die tatsächlichen Anforderungen und künftigen Prioritäten.
Besondere Bedeutung sollte folgenden Punkten beigemessen werden:
- vorschulische Bildung (Frühlerner)
- anfängliche und Weiterbildung für Lehrer
- angemessene Modelle für offenes Lernen und Fernstudium
- Nutzung des Mehrwerts neuer Technologien
- Erwachsenenbildung/lebenslanges Lernen

3. Die wichtigsten Bildungsprogramme der EU-Kommission (Sokrates) müssen die weitere Entwicklung eines europäischen Netzwerkes und die Zusammenarbeit im europäischen Rahmen für die Bildung der reisenden Bevölkerungsgruppe ermöglichen. Dazu müssen diese Programme klare Ziele zur Durchführung der aktualisierten Aufgaben vorgeben.

4. In Bezug auf die Koordinierung der Europäischen Netzwerke und die Zusammenarbeit müssen die EU-Institutionen zusammen mit den Mitgliedstaaten ein kernfinanziertes Koordinierungs-modell entwickeln.

5. Hinsichtlich der Konsolidierung und Umsetzung der Ergebnisse und Produkte der geleisteten Arbeit des europäischen Netzwerkes müssen die Mitgliedsstaaten angeregt werden, Strukturen für die politische und finanzielle Unterstützung der Netzwerkarbeit auf nationaler bzw. regionaler Ebene zu schaffen.


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